Die wichtigsten Änderungen in Bezug auf Arbeitszeit und Ruhezeit beziehen sich auf die Art und Weise der Erfassung der Gesamtarbeitszeit und die Aufteilung des Arbeitstages. Bei der Berechnung der Arbeitszeit wurde vereinbart, daß bei einer Berechnungsfrist für die Erfassung der Gesamtarbeitszeit zwei Monate überschritten werden, 60 % des sektoralen Mindestlohns für Überstunden gezahlt werden. Was die Aufteilung des Arbeitstages für die Fahrer im Personenverkehr betrifft, so kann sie in getrennte Arbeitszeit- und Ruhezeiten unterteilt werden. Die Ruhezeit zwischen den festgelegten Arbeitszeiten sollte mindestens drei Stunden betragen, und die Bereitschaftszeit, die nicht in der Arbeitszeit enthalten ist, wird nach der zweiten Stunde Bereitschaftszeit entsprechend dem sektoralen Mindestlohn bezahlt. Das umstrittenste Thema in den Verhandlungen betraf das Mindestlohnniveau in der Branche. Zu Beginn der Verhandlungen forderte die ETTA einen monatlichen Mindestlohn von 7.718 EEK (rund 493 Euro per 18. Januar 2008) für Fahrer und Mechaniker sowie einen Mindeststundenlohn von 45,40 EEK (2,90 Euro). Verglichen mit den Bestimmungen des bisherigen Tarifvertrags bedeutete die Forderung der Gewerkschaften eine Lohnerhöhung von fast 43 %. Die Arbeitgeber hielten die Lohnerhöhung jedoch angesichts der geringen staatlichen Subventionen, die nicht alle Kosten für die Erbringung von Verkehrsdienstleistungen decken, für zu umfangreich. Eine solche Anhebung der Löhne der Busfahrer würde daher das finanzielle Defizit der Busunternehmen weiter erhöhen. Alternativ schlugen die Arbeitgeber eine Erhöhung der Monatslöhne um fast 30 % auf 7.013 EEK (448 ) vor.

Ende 2007 wurde im Straßenverkehr nach intensiven Verhandlungen und kurz bevor die Branchengewerkschaften Streikaktionen ankündigen wollten, ein neuer Branchentarifvertrag geschlossen. Die neue Vereinbarung trat am 1. Februar 2008 in Kraft. Die Bestimmungen des Abkommens betreffen den gesamten Sektor und betreffen Arbeitszeit- und Ruhezeiten sowie Lohnfragen, einschließlich des Mindestlohns für Arbeitnehmer im Straßenverkehr. Im Dezember 2007 wurde ein neuer sektoraler Tarifvertrag zwischen der Union estnischer Automobilunternehmen (Autoettevétete Liit) und der estnischen Gewerkschaft für Transport- und Straßenarbeiter (Eesti Transpordi- ja Teetöötajate Ametiühing, ETTA) geschlossen.

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