Hier finden Sie die vereinbarten temporären Änderungen im Rahmen von Tarifverträgen. Im Frühjahr wurden die Änderungen vereinbart, um im Sommer zu enden, wurden nun aber verlängert, so dass die meisten von ihnen bis Ende 2020 in Kraft bleiben. Für jeden Tarifvertrag finden Sie Informationen über Gültigkeitsfristen. Werden die drei Voraussetzungen nicht erfüllt, gilt der Streik als rechtswidrig. Arbeitnehmer, die an unrechtmäßigen Streiks teilnehmen, sind nicht durch Streikgesetze geschützt und können sanktioniert oder entlassen werden. Zu den ungesetzlichen Streiks gehören z. B. Go-Slows und Sabotageakte, Streiks in Bezug auf eine bestimmte Verpflichtung, die Teil des Arbeitsvertrags ist (z. B. Bereitschaftsdienst), wiederholte Blockaden oder Besetzungen des Unternehmens ohne kollektiven Arbeitsstillstand oder Arbeitnehmerbefragung, und Streiks auf Unternehmensebene, die rein politisch sind. Ministére du travail, Direction Générale du Travail (DGT) (2018), La négociation collective en 2017 [Collective bargaining in 2017], DARES, Paris. Einige Unternehmen, die unter die SCA fallen, haben auch einen Unternehmenstarifvertrag (CORPORATE Collective Agreement, CCA) abgeschlossen – siehe unten: Die Tarifverhandlungen in Frankreich wurden überwiegend auf sektoraler Ebene durchgeführt. In der Regel werden zentrale Vereinbarungen zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften auf Branchenebene geschlossen.

In der Folge beantragen die Sozialpartner häufig beim Arbeitsministerium eine Verlängerung der meisten Bestimmungen des Abkommens, die in praktisch allen Fällen gewährt wird. Daher wird die Deckungsquote der Tarifverhandlungen auf über 90 % geschätzt. Die Dezentralisierung der sektoralen Verhandlungen begann Anfang der 80er Jahre (“Auroux-Gesetze”), aber der Grundsatz der Begünstigung, der es Denern verbietet, weniger günstige Rückstellungen zu treffen als Vereinbarungen auf höherer Ebene, wurde beibehalten. Dieses Prinzip wurde durch Reformen in den Jahren 2004, 2008 und 2013 verwässert. Mit der arbeitsrechtlichen Reform von 2016 ging die Dezentralisierung der Tarifverhandlungen noch einen Schritt weiter, da das Gesetz Vereinbarungen auf Unternehmensebene Vorrang vor denen auf sektoraler Ebene oder dem Gesetz selbst einräumt, wenn letzteredies vorsieht. Diese Umkehr ist bereits seit dem 1. Januar 2017 im Zusammenhang mit den Arbeitszeitgesetzen vorgesehen.

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